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Inkasso · Mahnung · Forderung

Inkassobrief bekommen? Prüfen Sie, ob die Kosten zu hoch sind

Zu einer kleinen Schuld kommen im Inkassobrief oft Gebühren, die höher sind als die Schuld selbst. Das Gesetz begrenzt, was Sie davon ersetzen müssen. Hier rechnen Sie die Grenze aus – kostenlos, ohne Anmeldung, nichts wird gesendet.

Die Grenze in einem Satz

Inkassokosten müssen Sie nur bis zu dem Betrag ersetzen, den ein Rechtsanwalt für dieselbe Arbeit nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz bekäme (§ 13e Abs. 1 RDG).

So wird gerechnet

  • Gebühr nach der Höhe der Forderung: bei einer unbestrittenen Forderung bis 50 € ist die volle Gebühr 31,50 € (§ 13 Abs. 2 RVG), bis 500 € sind es 51,50 € (§ 13 Abs. 1 RVG). Zinsen und Kosten zählen nicht mit (§ 43 Abs. 1 GKG).
  • Davon ein Bruchteil: im Regelfall höchstens das 0,9-Fache, wenn Sie binnen zwei Wochen nach der ersten Zahlungsaufforderung zahlen nur das 0,5-Fache, das 1,3-Fache nur bei besonders umfangreicher oder schwieriger Arbeit (Nr. 2300 VV RVG).
  • Auslagen: 20 % der Gebühr, höchstens 20,00 € (Nr. 7002 VV RVG).
  • Umsatzsteuer (19 %) nur, wenn der Gläubiger sie nicht als Vorsteuer abziehen kann – das muss im Schreiben stehen (§ 13a Abs. 1 Nr. 6 RDG).

Beispiel: Bei 40 € Hauptforderung sind im Regelfall höchstens 40,48 € Inkassokosten zu ersetzen (mit Umsatzsteuer), bei sofortiger Zahlung 22,49 €. Bei 500 € sind es 66,19 €.

Was nicht verlangt werden darf

  • Eine Pauschale von 40 € gibt es nur, wenn der Schuldner kein Verbraucher ist (§ 288 Abs. 5 BGB).
  • Doppelte Kosten: Haben Inkassobüro und Anwalt gearbeitet, zählen die Kosten nur so, als hätte ein Anwalt allein gearbeitet (§ 13f RDG).

Was im ersten Inkassoschreiben stehen muss

Schon im ersten Schreiben an eine Privatperson muss das Inkassobüro klar angeben (§ 13a Abs. 1 RDG):

  1. für wen es kassiert (Name und Anschrift des Auftraggebers),
  2. worum es geht: Vertrag mit Gegenstand und Datum des Vertragsschlusses,
  3. bei Zinsen eine Zinsberechnung (Betrag, Zinssatz, Zeitraum),
  4. bei Zinsen über dem gesetzlichen Verzugszins einen eigenen Hinweis mit Grund,
  5. Art, Höhe und Grund der Inkassokosten,
  6. bei Umsatzsteuer die Erklärung, dass der Auftraggeber sie nicht abziehen kann,
  7. ob Ihre Anschrift anderswo ermittelt wurde – und wie Sie Fehler melden,
  8. die zuständige Aufsichtsbehörde mit Anschrift und elektronischer Erreichbarkeit.

Fehlt etwas, dürfen Sie nachfragen, bevor Sie zahlen. Ob das Büro registriert ist, zeigt das Rechtsdienstleistungsregister.

Ist die Forderung schon verjährt?

Viele Forderungen verjähren nach drei Jahren, gezählt ab dem Jahresende. Rechnen Sie es mit dem Verjährungsrechner aus. Kam schon ein gelber Brief vom Gericht? Dann gilt eine Frist von zwei Wochen: Mahnbescheid.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Der Rechner sagt nicht, ob die Forderung besteht. Bei Zweifeln: Verbraucherzentrale oder Schuldnerberatung.

Häufige Fragen

Wie hoch dürfen Inkassokosten sein?

Höchstens so hoch wie die Vergütung eines Rechtsanwalts für dieselbe Arbeit (§ 13e Abs. 1 RDG). Der Rechner zeigt die Grenze für Ihren Betrag.

Woran erkenne ich ein echtes Inkassobüro?

Inkassobüros müssen registriert sein; im amtlichen Rechtsdienstleistungsregister können Sie den Namen prüfen. Zahlen Sie nie auf ein Konto, das Sie nicht zuordnen können.

Ist das eine Rechtsberatung?

Nein. irot Brief erklärt allgemein und rechnet Fristen nach festen Regeln mit sichtbarem Rechenweg. Ob ein Bescheid inhaltlich stimmt oder sich Widerspruch lohnt, klären Beratungsstellen, Verbraucherzentralen oder Anwältinnen und Anwälte.

Sie beraten Menschen mit Behördenbriefen?

Migrationsberatung, Sozial- und Schuldnerberatung, Integrationskurse: irot Brief rechnet Fristen sicher und erklärt Briefe in der Sprache Ihrer Ratsuchenden.

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